Neunter Stop der Weltreise: Peking

Badaling - Great Chinese Wall

Beijing - Forbidden City

Beim Thema Peking weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll… Am Besten beim Hinflug – der war nämlich absolut furchtbar! Von Denpasar ging es zunächst nach Kuala Lumpur; so weit, so gut. Der Flieger von dort nach Beijing war allerdings schrecklich. Da ein Unwetter über Peking wütete, erhielten wir keine Landeerlaubnis und kreisten ewig über der Stadt. Nachdem das Kerosin knapp wurde, sagte der Pilot durch, dass wir nun nach Shanghai fliegen müssten. Auch das wäre noch in Ordnung gewesen; aber auf halber Strecke dorthin kam eine weitere Durchsage, dass wir nun doch in Peking landen dürften und zurückfliegen. Nach endlosem weiteren Kreisen über Stadt, da die Landeerlaubnis wieder revidiert wurde, mussten wir aus endgültigem Kerosinmangel auf einem kleinen Flughafen ca. 1 1/2 Autostunden entfernt von Peking landen. Inzwischen war es nachts um 1 und wir alle dachten, bald ginge es weiter und schliefen ein. Morgens um 5(!) kam dann eine weitere Durchsage, dass der Flughafen nun inzwischen komplett lahmgelegt wurde und wir weiterhin warten müssten. Gegen 7 Uhr sagte der Pilot bereits durch, dass wir wohl nicht weiterfliegen könnten und er sich nun eine Alternative überlege.

Inzwischen herrschte im Flieger bereits absolutes Chaos: Es gab kein Wasser mehr, auch das Essen war alle und die Toiletten…darüber kann ich wirklich nicht schreiben. Furchtbar! Gegen 8 Uhr begannen dann einige Passagiere, sich zu streiten, eine ältere Frau musste wegen eines Herzanfalls reanimiert werden, eine Flugbegleiterin wurde angegriffen, so dass die Polizei eingreifen musste – die Nerven lagen blank. Gegen 9 Uhr erhielten wir dann die Information, dass einige Busse aus Peking auf dem Weg seien, aber das würde noch etwas dauern; weiterhin durfte aufgrund der schwierigen Einreisebestimmungen Chinas niemand das Flugzeug verlassen. Ein Sicherheitsbeamter kam ins Flugzeug, um zu besprechen, wie man nun mit der Einreise aller Passagiere umgehen solle. Er wurden von allen Seiten angebrüllt und beschimpft und konnte Touristen keinerlei Antwort geben, denn er sprach kein Wort englisch.

Gegen 10:30 Uhr war die Tortur beendet, wir durften aus dem Flieger, unseren Bus suchen und weitere 1 1/2 Stunden nach Peking fahren – was für ein absoluter Höllentrip! Im Hotel angekommen konnte die Stimmung nicht mieser sein – ein Hotelzimmer im Keller, ohne Fenster, auch mal etwas Neues… Leider sehr heruntergekommen, dreckig und übel riechend. Dieses Hotel haben wir wirklich extrem schlecht ausgewählt.

Dennoch, da kaum Zeit blieb, haben wir uns ohne Schlaf noch am gleichen Tag die Verbotene Stadt, den Konfuzius-Tempel und die Antiquitätengasse Liulichang angesehen. Da wir nur noch einen weiteren Tag in Peking hatten, besuchten wir am folgenden Tag die Chinesische Mauer. Ich kann nur sagen: Menschenmassen! Es war, trotz des frühen Morgens, absolut beängstigend überfüllt. Ständig hatten wir Sonnenschirme, Ellenbogen und wer weiß was im Gesicht. Auch die Mauer selbst konnte man kaum genießen – mit all diesen Menschen. Erst nach einem zugegeben wirklich sehr beschwerlichem Fußmarsch von ca. 30 Minuten die Mauer entlang hatte man etwas Ruhe. Die Mauer selbst ist beeindruckend, soweit das Auge reicht, mit Stufen von zum Teil einem halben Meter! Nachdem wir die Chinesische Mauer noch ein wenig genießen konnten, stiegen wir wieder ab, um in unseren Bus zu steigen – der über 3 Stunden nicht auftauchte, was zu enormen Tumulten führte.

Mit gemischten Gefühlen fuhren wir am Folgetag zum Flughafen. Nach einiger Diskussion kümmerte sich der Pilot unserer Maschine um uns. Er sorgte dafür, dass wir für den ausfallenden Flieger von Warschau nach Berlin nun über Frankfurt a. M. nach Berlin fliegen konnten – tolle Sache! Aber es kam, wie es kommen musste: Unserer Koffer rollten nicht über das Berliner Gepäckband und kamen erst einige Tage später an.

Dennoch war es unheimlich schön, wieder zuhause zu sein. Die Reise war toll – aber China verlassen zu können das Tollste…

Veröffentlicht von Juliane Schmidt

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